4Divinity auf der gamescom 2026: The Defiant im Hands-on

Ein Publisher, den in Europa kaum jemand auf dem Zettel hatte, rockt die Kölner Messehallen: Wir haben The Defiant, Showa American Story und Guns of Eschaton auf der gamescom 2026 angespielt.

Wer vor der diesjährigen Messe durch die Release-Listen blätterte, hatte 4Divinity im europäischen Raum vermutlich kaum auf dem Schirm. Umso erstaunter blieben wir in den Kölner Messehallen stehen: Der Publisher legte auf der gamescom 2026 einen massiven Auftritt hin. Aufwendig gestaltete Stände, lange Besucherschlangen und gleich sechs vorgestellte Titel, von denen vier direkt im Consumer-Bereich anspielbar waren. Kaum jemand hatte 4Divinity auf dem Zettel, obwohl sie im Hintergrund schon an großen Titeln wie S.T.A.L.K.E.R. 2 und Black Myth: Wukong mitgewirkt haben. Mit diesem Messe-Line-up setzt sich der Publisher jetzt endgültig ins Rampenlicht.

Geballte Technik für kleine Studios

Dahinter stecken keine riesigen Entwickler-Konzerne, sondern vergleichsweise kompakte Studios. Dass deren Projekte optisch und animationstechnisch trotzdem ganz oben mitspielen, kommt nicht von ungefähr: Über das Netzwerk von 4Divinity greifen die Teams auf eine geteilte Produktions-Infrastruktur samt professioneller Motion-Capturing-Technik zu. Das Ergebnis sieht man direkt auf dem Bildschirm. Kein Titel fühlte sich nach halbgarem B-Picture an; alle drei Spiele, die wir je rund eine halbe Stunde antesten durften, liefen technisch absolut sauber und rund.

Stellungskampf und Deckungsfeuer in The Defiant. | Bildquelle: Hoothanes / 4Divinity
Stellungskampf und Deckungsfeuer in The Defiant. | Bildquelle: Hoothanes / 4Divinity

The Defiant: Wuchtiger Stellungskampf statt Arcade-Geballer

Unser klares Highlight war The Defiant. Das Weltkriegs-Szenario schickt uns nicht an die hundertfach durchgekauten Fronten in Frankreich oder der Normandie, sondern rückt den chinesischen Widerstandskampf in den Fokus. Davon spürte man in unserer Demo zwar abseits der Figuren noch wenig historisches Drumherum, spielerisch hat uns der Titel aber sofort gepackt. Wir fanden uns mitten in einem weitläufigen, dreckigen Stellungskampf wieder. Mit Sturmgewehr und gezielten Granatenwürfen kämpften wir uns Meter für Meter vor, bis die gegnerischen Truppen nachsetzten, uns komplett einkesselten und ein gnadenloses Gefecht um die eigene Position entbrannte.

Vergesst die klassischen Marketing-Vergleiche mit Arcade-Shootern: Das Gunplay in The Defiant fühlt sich deutlich schwerer, erdiger und realistischer an. Hier sprintet niemand blind über offenes Feld, ohne sofort im Dreck zu liegen. Deckung entscheidet über Leben und Tod, und genau dieses ungefilterte Mittendrin-Gefühl ging bei uns voll auf.

80er-Jahre-Look in Showa American Story. | Bildquelle: NEKCOM Entertainment / 4Divinity
80er-Jahre-Look in Showa American Story. | Bildquelle: NEKCOM Entertainment / 4Divinity

Showa American Story und Guns of Eschaton: Hart, aber gut

Gleichzeitig bewies 4Divinity mit den anderen Stationen, dass sie keine Einheitskost abliefern. In Showa American Story verliebten wir uns auf Anhieb in das Design und Stimmung im Spiel durch das japanisch angehauchte 80er-Jahre-Design. Im Kampf setzte es für mich allerdings eine ordentliche Abreibung: Mit dem Controller in der Hand waren die wichtigen Schadenscombos in der kurzen Messezeit kaum fehlerfrei abzurufen. Nebenan im Okkult-Western-Soulslike Guns of Eschaton punkteten zwar die raue Western-Atmosphäre und das punktgenaue Waffen-Handling, doch die zähen Zombie-Horden fraßen schnell mein gesamtes Magazin leer, bevor ich ihre Schwachstellen durchschaut hatte.schräge In beiden Titeln benötigen wir mehr Zeit um sie zu meistern aber das ist definitv Zeit, die wir gerne investieren.

Düstere Western-Atmosphäre in Guns of Eschaton. | Bildquelle: Eschatology Entertainment / 4Divinity
Düstere Western-Atmosphäre in Guns of Eschaton. | Bildquelle: Eschatology Entertainment / 4Divinity

Fazit

Beide Demos machten unmissverständlich klar: Die Titel von 4Divinity sind fordernde Brocken. Man muss sich erst reinfuchsen, Lernkurven akzeptieren und mechanisch am Ball bleiben – genau dann zünden sie aber umso besser. The Defiant steht nach dieser Runde ganz oben auf unserer Wunschliste, doch auch die anderen beiden Projekte behalten wir im Auge. 4Divinity hat auf der gamescom 2026 ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und wir freuen uns auf die Releases und das Line-up im nächsten Jahr.

Als erstes sollen Showa American Story & Guns of Eschaton noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Für The Defiant gibt es bisher noch keine Informationen zum Release.

80er-Jahre-Look in Showa American Story. | Bildquelle: NEKCOM Entertainment / 4Divinity
80er-Jahre-Look in Showa American Story. | Bildquelle: NEKCOM Entertainment / 4Divinity
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Justin Link

Justin Link ist Gründer und Redakteur von gamingpartys.de. Er schreibt Guides zu Gaming-Events, Partys und der gamescom in Köln. Sein Fokus: praxisnahe Tipps für die Community.

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